Weg. de Teil 3

      Weg. de Teil 3

      Weg. de

      Teil 3

      Inlandflug – Izmir, in knapp einer Stunde erreichten wir bereits unser Ziel, den Flughafen der Millionenstadt Izmir, dem einstigen Smyrna. Nach Istanbul ist sie die bedeutendste Hafenstadt der Türkei. Von hier aus wurde unser Reisegepäck direkt mit dem Bus weiter befördert in das Hotel „ Imbat “ nach Kusadasi. Während wir mit einem anderen zur Besichtigung der antiken Stätten nach Bergamo (Pergamon) weiterfuhren. Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten sind hier der Burgberg der einst die Akropolis trug und der geweihte Tempel vom Gott der Heilkunde.

      Durch private Vermittlung konnte ich mich der kleinen Reisegruppe anschließen, die diese Besichtigungen der antiken Stätte gebucht hatten und sicher mehr oder weniger kompetent waren, was auch aus ihren Gesprächen und Diskussionen hervor ging. Ich selbst war begeistert, hörte gespannt zu und erweiterte nebenbei meine Kenntnisse, träumen war erlaubt.
      Still und nachdenklich verlief die Fahrt nach Kusadasi. Mit unseren Reiseleiter trafen wir uns noch kurz nach dem Abendessen. Im Gespräch erfuhren wir Einiges über unseren gewählten Ferienort. Kusadasi war einst ein ruhiges Hafenstädtchen. Heute ist sie mit ihrer malerischen Altstadt, der alten Meeresfestung (15. Jahrhundert) und der Pasa Karawanserei
      ein sehr reizvoller Ferienort. Boote kann man im neuen Yachthafen mieten.
      Unser Hotel Imbat liegt direkt am Meer. Es steht auf einen Felsvorsprung, oberhalb einer Bucht mit Sandstrand. Mir gefällt es sehr gut. Nicht zu pompös, ein gutes Mittelklassen Hotel trotzdem mit Allem was das Herz so begehrt, auch für gehobene Ansprüche.

      Unsere türkische Reiseagentur arrangierte für morgen einen Ausflug nach „ Pamukkale “.
      Bereits 7.30 Uhr werden wir abgeholt. Es wird sicher ein toller Tag, den ich mit einer gewissen Spannung entgegen sehe.

      Pamukkale – mit einer Fahrtstrecke von 250 km vom Hotel aus, ist mit dem Naturwunder seiner schönen, bizarren Kalksinterterrassen ein Höhepunkt jeder Türkeireise. Die noch heute kräftig sprudelnden Thermalquellen mit hohem Kalkgehalt, haben im Laufe der Jahrtausende schneeweise Kalkablagerungen gebildet, die sich in breiten Streifen wie Stufen eines erstarrten Wasserfalls einen zirka 160m hohen Hang hinunter ziehen. Auf jeder der zahlreichen Stufen haben sich Planschbecken gebildet, die von Badegästen gerne benutzt werden. Die Thermalquellen versorgten in der Antike die Stadt Hierapolis. Zu sehen sind noch die Ruinen der Thermen, der Säulenarkaden und die des Theaters.

      Auf unseren Besichtigungsplan stehen noch „Priene“, „Milet“, und vor allem „Ephesos“.
      Als eine weitere Ausflugsmöglichkeit wurde uns die Insel „Samos“ angeboten.

      Priene ist eine antike Ruinenstadt mit sehenswertem Athena-Tempel, mit einem gut erhaltenen Theater, dem Buleuterion, dem Ratssaal der Bürger, und dem Prytaneion, Sitz der Stadtverwaltung. Bemerkenswert hier die schachbrettartige Straßenplanung.

      Milet war einst eine bedeutende Hafenstadt und eines der geistigen, politischen und wirtschaftlichen Zentren des alten Griechenlandes. Der schönste Fund bei den Ausgrabungen sagt man ist hier das spätrömische Markttor der südlichen Agora, das heute in Berlin steht.
      Milet wurde um 480 v. Christus erbaut. Bekannt als größtes Bauwerk ist das Theater aus griechischer Zeit das 25 000 Zuschauern Platz bot, erwähnenswert wären unter anderen die Thermen und mit Sicherheit noch Einiges mehr.

      Der morgige Tag steht zur freien Verfügung. Ruhe ist angesagt, ordnen der Notizen, verarbeiten des Gehörten, des Geschauten ohne zu vergleichen. Getreu meinem Motto: Einmal „weg“ aus dem Alltag, aus den Problemen unserer Zeit. Meine Frage an mich selbst:
      War das Leben in der Antike besser? Waren die anfallenden Probleme leichter lösbar durch ihre Sichtweise? Oder doch nur anders? Auch „ sie “ gingen unter, rein profan betrachtet. Ich glaube, mit dem Leben ist es wie bei der Schlange. Sie häutet sich und existiert weiter. - Einsicht? Ansicht? Bestätigung? Alles ist auf Veränderungen ausgerichtet, wie es so schön heißt, alles fließt. Nur das Menschenleben reicht wohl nicht aus um das Gesamte zu begreifen. Wo ist die Konstante?

      Zum absoluten Höhepunkt unserer Reise wählten wir „Ephesus“ wo das Haus der Mutter Gottes, der heiligen Jungfrau Maria, auf Aladag (Solmissos) liegt, jetzt in eine Kapelle umgestaltet. Nachzulesen und wunderbar bebildert bei Google: Marienhaus bei Ephesus – Ökumenisches….
      Ephesus in der Zeit des Augustus war Haupthafen und Versammlungsort des Rates der Provinz Asia und gleichzeitig das Zentrum der Zivilisation. Die Pracht der Stadt, das damals herrschende Luxusleben in der größten und wichtigsten Handelsmetropole des Ostens war Welt bekannt.
      Das Christentum verbreitete sich eigentlich erst in Ephesus, heißt es. Nach der Kreuzigung von Jesus sollen die Mutter Maria und der Evangelist Johannes in die Stadt gekommen sein und dort gelebt haben bis zu ihrem Tode. Das Christentum wurde Staatsreligion.
      Berichtet wurde: 1967 hat Papst Paul VI. die Kapelle der Jungfrau Maria besucht, 1979 Papst Johannes II.
      Wir standen vor Ruinen die die einstige Schönheit und den Zeit Geschmack widerspiegelten. Wir hörten von einer kompetenten, sehr feinfühligen Persönlichkeit Erläuterungen über den Zweck und die Bedeutung derselben und Einiges über das Leben in dieser Epoche. Was ein Jeder unserer kleinen Gruppe dabei empfand, wurde nicht diskutiert. Die Gedanken blieben unter Verschluss. Träumen war erlaubt, wie immer.

      Morgen fliege ich zurück. Es war nicht leicht, - weg - zu sein und es zu sagen. All zu oft drängten sich Gedanken an das „ Jetzt und Heute “ dazwischen.