Mombasa – Mystik, Zauberei und Gefangene

      Mombasa – Mystik, Zauberei und Gefangene

      Also „Mombasa“ war das Ziel, und es war die letzte Fahrt mit dem „Safari-Bus“ und „Jesse“ dem Fahrer, den wir unterdessen unseren Freund nannten. Er besaß die Eigenschaften, die ein Fremder in diesen Breiten mit unter dringend benötigt, er war für uns, wie selbstverständlich, da. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht, wobei die herrlich weißen Zähne blitzen, so wird er für uns „Reisende“ in steter Erinnerung bleiben! „Kwaheri“ und „Ahsante sana“ Jesse.

      Nach sieben Tagen „Safari“ und wohnen in den „Lodges“ der Nationalparks „Amboseli“ und „Tsavo-West“ erwartete uns eine völlig andere Welt, lauter, bunter, drängender, jedoch nicht unangenehm, sondern reizvoll und interessant. Die Straße nach Mombasa war auch weniger abenteuerlich, entgegen unserer sonstigen Erfahrung. So um 13.00 OZ erreichten wir planmäßig unser Hotel „Nyali Beach“, wo wir in den gebuchten Zimmern auch das vom Flughafen „Nairobi“ aus voraus geschickte Reisegepäck vorfanden. Wir hatten Vollpension gebucht. Nach dem Begrüßungstrunk mit der örtlichen Reiseleitung in der Hotelhalle, nahmen wir das Mittagessen auf der Terrasse des „Mvita-Grill-Restaurant“ ein. Wir erhielten danach einige recht nützliche Hinweise, und so etwas wie einen Lageplan des Ganzen, zum besseren Zurrecht finden im „Haus“ und Umgebung . Ja, wir tauchten in eine andere Welt ein. Die Interessen der „Crew“ gingen hier auseinander, doch am frühen Ende des Tages, durch die Äquatornähe bedingt, trafen wir uns wieder zum Abendessen im „L´ Orangerie- Restaurant“. Bei einem Trink begann dann das Erzählen. Es hörte sich wunderbar an. Bunt wie ein Strauß voller seltener Blüten, abwechslungsreich, mit unter faszinierend, waren die geschilderten Erlebnisse. Mit oder ohne „Jägerlatein“ ist hier nicht relevant. Sicher ist mir aber, dass die Sehnsüchte der Einzelnen bei Allem eine Rolle spielten. Die Möglichkeiten einmal zu finden wonach man sucht, ist hier in diesem Teil der Welt groß. Sie ist einfacher, ursprünglicher, voller Zauber und Magie.

      Freizeit! Regenerieren war für mich angesagt. Die gemachten Erfahrungen sowie die Erlebnisse mussten nun zuerst einmal zur Seite gestellt werden, damit ich die hier gebotene Buntheit und Fremdartigkeit, die ganze eigene Atmosphäre in mich aufnehmen konnte, um mich dann später einmal damit auseinander zu setzen. Auf diese Weise entsteht, so denke ich, wie bei einem Puzzle, mein eigenes Bild von Mutter Erde, von unseren Planeten.Ich hatte ein großes Glück. Ich traf am Abend vor der „Sightseeing-Tour“ durch Mombasa auf den deutschsprachigen Führer Namens „Jimmy“, der in unserem Land studierte. Im Gespräch mit ihm erhielt ich vorab eine Geschichtsstunde über seine Heimat und über die Stadt. Ich sage hier noch einmal Danke dafür. Obwohl wir im „Internet“ surfen und die verschiedenen „Plattformen“ befragen können, ist diese Art des Lernens vor Ort nicht mit dem Befragen der genannten Medien vergleichbar. Vorweg genommen: Am Ende hatte ich fasst keine Aufzeichnungen, dafür aber einen kleinen kostbaren Einblick in das Denken und Fühlen einer anderen Menschengruppe, der, der Afrikaner. Er sprach vom Sklavenhandel, der von der Zeit der Besetzung der Portugiesen anging, bis in die zweite Hälfte des 19.ten Jahrhunderts. Der „Alte Hafen“ in Mombasa war das Zentrum, jeden Samstag war „Sklavenmarkt“. Das schreibt sich so einfach, ich darf gar nicht an die einzelnen Schicksale denken, aber auch nicht an die Diejenigen, die diesen Handel zu verantworten hatten und haben. Hier steht wohl wieder die Frage: Was ist der Mensch? Dieser „Stoff“ behandelt am späten Abend vor Ort, löste Emotionen aus, es war als stundeten die Seelen der Geschlagenen, der Geknechteten, der Entwürdigten, der Verkauften mitten unter uns. Es war Mystik, es war wie Zauberei, ich war wie eine Gefangene in einer anderen Zeit. Heute ist es schwer für mich, das noch einmal nach zu voll ziehen. Es bleibt ein unvergessenes Erlebnis, eine weitere Perle im „Garten der Erinnerung“.

      „Sightseeing-Tour“ durch Mombasa

      Aus meinen Aufzeichnungen

      Mombasa liegt auf Mombasa Island, einer Koralleninsel am Indischen Ozean. Es gibt unter Anderen zwei Fährlinien die die Stadt mit dem Festland verbinden. Mit ihren zirka 800.000 Einwohnern ist sie die zweit größte Stadt Kenias und ein bedeutendes Wirtschaftszentrum. Mombasa ist die wichtigste Hafenstadt an der ostafrikanischen Küste und gilt als Stapel – und – Umschlagplatz im Seehandel. Ihre Geschichte bewegt. Von einem Kartografen Namens Ptolemäus wurde dieser Ort erstmals „150“ verzeichnet. Weiter wurde uns erklärt, dass die Annahme besteht, dass im 11ten Jahrhundert Mombasa von den Arabern gegründet wurde, und zum bedeutenden Handelsplatz aufstieg. Mit der Ankunft „Vasco da Gamas“ an der ostafrikanischen Küste im Jahre 1498 begann die erste europäische Kolonisation. Die Portugiesen setzten sich 1505 in der Stadt fest. Zwei Jahrhunderte hindurch wechselten die Herrscher, meist durch Kampf und Belagerungen. Als Vertreiber der Portugiesen im Jahr 1585 wurde der türkische Pirat „Ali Bey“ erwähnt, nur kehrten diese drei Jahre später zurück und errichteten das für uneinnehmbar geltende „Fort Jesus“, das selbst in unserer Zeit noch die Einfahrt zum „Alten Hafen“ beherrscht. Weiter gehört das Fort als Teil zu den Kenianischen Museen und steht ab 2011 in der Liste des UNESCO – Kulturerbes. Auf unserer Tour haben wir es mit besichtigt.

      Geschichtlich sind wir im Jahre 1589. Nach einer neuerlichen Plünderung der Portugiesen in Mombasa trafen auch seltsame Verbündete mit ein, die Zimba. Ich erwähne diese Angelegenheit deshalb, weil diese Bantu – Horde ausnahmslos Männer waren und Menschenfresser, wie man uns sagte. Abgesehen von den Frauen, die als Reiseproviant mitgenommen wurden. Sie hätten sich 1587 von „Kilwa“ aus bis nach Mombasa durchgefressen und boten den Portugiesen an, in Mombasa auf ihre „spezielle“ Art aufzuräumen. Kannibalismus. Im Jahre 1729 gaben die Portugiesen die Stadt und den Hafen auf. Die Sultane von Oman übernahmen die Herrschaft. Später wurde Mombasa Teil des Sultanats Sansibar, bis 1895 die britische Schutzherrschaft relevant wurde. 1963 ging dann ganz Kenia in die Unabhängigkeit. Soweit die Ausführungen während der Fahrt von unserem deutschsprachigen Begleiter Namens Jimmy. Unterdessen passierten wir die lange vierspurige Durchfahrtsstraße, die Moi Avenue, die hinunter zum Kilindini Hafen führt. Über sie wölben sich die vier riesigen Elefantenzähne aus Kunststoff, die das Wahrzeichen von Mombasa sind. Im rechts daneben liegenden Uhuru Park entdeckten wir einen schattigen Platz zum Beine vertreten. Wir mischten uns unter die bunte, laute, fröhliche Menschenmenge, flanierten einfach mit und entdeckten dabei den schönen Springbrunnen ohne die Kostbarkeit „Wasser“. Plötzlich waren wir umringt von Frauen, die eifrig auf eine Mitreisende einsprachen. Hilflos standen wir der Situation gegenüber. Jimmy brachte Licht in das Dunkel! Lisa trug ein farbenprächtiges, einmaliges, schönes, buntes Kleid. Eine der Frauen, die uns umstanden, begehrte es. Lisa sollte mit ihr tauschen. Ohne Kommentar! Später lachten wir darüber.

      Die Altstadt, Old Town, ist der faszinierendere Teil Mombasas. In den engen malerischen Gassen der alten Araberstadt findet man wahre Schätze der Kulturen. Wir bewunderten die weißgetünchten Häuser mit ihren prachtvollen geschnitzten Türen und den zierlichen Holzgitterbalkonen. Wir bemerkten, dass hinter den Fassaden sich auch wichtige Export und Importfirmen befanden. Besuchen durften wir die Gold und Silberschmiede in ihren Werkstätten, und waren begeistert von den dort gearbeiteten Schmuckstücken. Natürlich wurde auch so Manches gekauft. Der Hauptanziehungspunkt war und ist der „Alte Hafen“, begrenzt im Süden vom Fort Jesus. Hier herrschte ein quirliges buntes Treiben. Händler aller Couleur boten ihre Waren feil einschließlich geschliffener und ungeschliffener Edelsteine. Ferner lockten die Teppichgeschäfte mit einer erstaunlichen Auswahl an Mustern und Qualität. Zum Hafenbild selbst gehörten und gehören natürlich auch die „schwarzen Körper“ dazu, die von Schweiß triefend, die prall gefüllten Säcke auf ihren Rücken schleppen, kurz gesagt; die Fracht von den kleineren Schiffen löschen. Die großen Ozeandampfer und Frachter laufen den neuen modernen Kilindinihafen an. Er liegt an der Südwestseite der Insel. Wir haben unzählige besondere Bauten, Kirchen, Tempel und Moscheen gesehen, die Kultstätte der indischen Gudscherati-Brahmanen mit den Tierbildern betrachtet, dazu die Erklärung bekommen, dass ein jedes Tier seine eigene Bedeutung hat. Zuletzt waren wir so müde, das wir von allem Guten und Wissenswerten nichts mehr aufnehmen konnten, wir waren schlicht weg „abgefüllt“! Zum modernen Stadtteil Mombasas möchte ich noch bemerken, dass er trotz seiner großen Geschäftshäuser, und den Straßen mit dem regen Verkehr, für mich orientalisch wirkt. Das Menschenbild selbst ist bunt, und ist von vielerlei Rassen geprägt. Mit einem Trink im Grillrestaurant und dem Essen der wundervoll angerichteten Köstlichkeiten klang bei Kerzenschein ein weiterer Urlaubstag aus. Ich ging noch einige Schritte in die Nacht hinein. Der Mond schien, eine leichte Brise kam vom großen „Wasser“ herüber. Völlig gelöst und unbeschwert schlenderte ich zum Hotel zurück. Morgen früh werde ich am Strand entlang laufen, Ebbe und Flut erleben, und sicher Unbekanntes sehen und entdecken, überlegte ich mir. Im Moment aber war ich wunschlos, zufrieden und sehr glücklich. Aus dem „ Karibu-Room “ erklang Tanzmusik. Es spielten die Mombasa-Roots, doch ich ging auf mein Zimmer.

      Zweimal am Tag gibt es Ebbe und Flut. Gegenüber der Rezeption, am schwarzen Brett, sind die Gezeiten angegeben. Laut Information sinkt der Wasserspiegel bei Ebbe um 3,5 m. So ist es denn möglich zu Fuß, aber nicht ohne Badeschuhe, zum Riff hinaus zu gehen. Um diese Wanderung zu beschreiben, müsste ich ein Dichter sein. Es war, als schreite ich durch oder um ein großes „Aquarium“. In ausgespülten tiefen Löchern schwammen in „ Natura“ die „Zierfische“, die wir aus den Zoohandlungen kennen. Wunderbar und einmalig in Gestalt und in ihrer Farbenpracht. Selbst die größeren Muscheln ließ das Wasser zurück. Sie wurden von meist schon Jugendlichen gesammelt, gesäubert, und zum Verkauf angeboten. Lege sie an dein Ohr, und du hörst das Meer rauschen! „ Bei all der Vielfältigkeit, bei all der Naturschönheit, vergiss die Zeit nicht, denke daran, die Flut kommt schnell und mit Gewalt“. Ich höre noch immer die eindringliche Ermahnung von Jimmy. Er hatte natürlich recht, er kannte die Gefahren, es war seine Heimat. Die letzten Ferientage vergingen wie im sprichwörtlichen „Flug“. Das Hotel war tadellos geführt. Der Zimmerservice nahm zu jeder Tag- und Nachtzeit Speisen und Getränkebestellungen entgegen. Die Verantwortlichen waren bemüht, ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm zu bieten. Am Swimmingpool stand die Tischtennisplatte für ein Match bereit und am Strand fand sich alles Nötige zum Surfen, Segeln, Wasserskifahren sogar zum Fallschirmfliegen.

      Noch einmal zog es mich zum „Riff“. Mit zwei weiteren Gästen mieteten wir eines der Glasboden – Boote vom Hotel. Und noch einmal spürte ich den Zauber dieser Unterwasserwelt, nahm die Weite um mich war, und merkte doch plötzlich so etwas wie Angst und Hilflosigkeit. Dieses Erlebnis gehört zu meinem letzten Urlaubstag. Mit Dankbarkeit und Freude flog ich wieder nach Hause, nach Deutschland zurück. Das Abschiedsbarbecue fand auf der Pool – Terrasse statt, wir trafen als die „Crew“ zusammen, die einst die Reise mit „Safari“ gebucht hatte. Es war eine wundervolle Zeit. Wir sind heute noch in Freundschaft verbunden. Nach dem Frühstücksbuffet traten wir die Rückreise an. Ab Flughafen von „Mombasa „ ging es mit der LT 663 nach München zurück, eine Flugstrecke von 6595 km.

      Anmerkung: geschrieben vom Wanderer