Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn sein eigenes Buch auf der Buchmesse vorgestellt wird. Das kleine Herzl klopfte ganz schön. Fragen, wie z.B. was werden die Leute sagen, wenn sie mein Buch in die Hand nehmen und es begutachten – welche Fragen werden sie an mich haben – sind diese allgemeiner oder spezieller Natur – wie reagiere ich, wenn ich nach Privatem gefragte werde… Aber fangen wir von ganz vorn an. Der Amicusverlag, der meine Bücher verlegt, stellte sich dort dar und da lag es auf der Hand, dass ich mich als Autor repräsentieren darf. Hab Mut zur Lücke sagte ich mir, denn ich sollte auch eine Gelegenheit zum Vorlesen bekommen.Vorlesen über Micro… Schon mal die eigene Stimme über Lautsprecher gehört? Klar habe ich zugesagt.
Ich kam mir vor wie eine Frau… machte den Kleiderschrank auf, schaute hinein und sagte… hab nix anzuziehen. Hatte auch keine Vorstellung was man auf solch ein Event anzieht. Da erblickte mein Auge ganz hinten im Schrank ein paar Sachen… Auf dem Weg nach Leipzig kamen mir dann so die Gedanken. Versuchte Antworten auf imaginäre Fragen zu finden. Ich wollte mich gut vorbereiten und eine Strategie haben. In Leipzig angekommen, ich war ja über 4 Stunden unterwegs, gings erst mal zu Mc Donals. Café musste her und ein McRip. So gestärkt zog ich mit meiner Tasche voller Bücher zum Haupteingang, zeigte meinen Autoreneinlassspezialausweis und kam mir recht wichtig vor. Mühsam fand ich meinen Weg zum Stand, an dem sich der Amicusverlag präsentierte. Kaum angekommen, wurden die Namensschilder ausgetauscht und ich bekam meinen Platz ganz vorn, da wo die Leute vorbei gingen. Alt und Jung musterten mich. Mal neugierig, mal gelangweilt. Ein paar gute Gespräche gab es dann doch.
Die Stunde, sie war schnell vorbei. und nun klopfte mein Herz erst recht. Es war als wollte es aus dem Brustkorb entfliehen. In 10 Minuten musste ich lesen. Lesen vor einem Publikum, über ein Micro, Lautsprecher, viele Umgebungsgeräusche und es war ein Kommen und Gehen – wie in einem Ameisenhaufen.
Ob ich gut gelesen habe? Ich kann es Euch nicht sagen. Das Lampenfieber, die Zuhörer, das Buch… alles hatte mich so fest im „Bann“, das die halbe Stunde, kaum hatte sie begonnen, schon zu Ende war. Ich kann Euch nur sagen, es waren noch Plätze belegt. Der Applaus war der Lohn, das Brot des „Künstlers“ sagt man. Er tat mir und meinem Seelchen gut.
Fast wie in einem Rausch gefangen packte ich meine Bücher, trank den Schluck Wasser, das fast warm und abgestanden schmeckte und ging zum Verlag zurück. Ein paar Worte wechselte ich noch mit der Verlegerin und einem anderen Autor des Verlages. Dann war es Zeit. Zeit weiter zuziehen, denn es galt noch einiges anzuschauen und Gespräche zu führen bis dann der dezente Gong die Besucher erinnerte, das der Tag vorüber ist, sich die Tore der Buchmesse schließen. Voller Gedanken und Emotionen fuhr ich wieder gen Süden. Nur ein paar Bilder sollen es sein, die an diesen Tag erinnern.